IPv6
Adressraum:
- IPv6 bietet einen Adressbereich von 2128, das sind ca. 340 Sextillionen Adressen
- 340.282.366.920.938.463.463.374.607.431.768.211.456 Adressen
Aufbau:
IPv6 Adressen werden nicht in dezimaler sondern in hexadezimaler Notation mit Doppelpunkten geschrieben.
Die Adresse ist in 8 Blöcke mit je 16 Bit pro Block unterteilt.
Beispiel: 2001:0db8:85a3:08d3:1319:8a2e:0370:7344
Eine oder mehrere 16-Bit-Gruppen mit dem Wert 0000 können durch zwei aufeinander folgende Doppelpunkten
ersetzt werden. Die resultierende Adresse darf höchstens einmal zwei aufeinander folgende Doppelpunkte
enthalten:
2001:0db8::1428:57ab entspricht 2001:0db8:0000:0000:0000:0000:1428:57ab
Falsche Schreibweise: 2001::25de::cade
Hier kann nicht nachvollzogen werden wie viele 16-Bit-Gruppen durch die zwei Doppelpunkte jeweils ersetzt
wurden. Führende Nullen einer 16-Bit-Gruppe dürfen ausgelassen werden:
2001:db8::28:b entspricht 2001:0db8::0028:000b
Die ersten 64 Bit der IPv6-Adresse dienen üblicherweise der Netzadressierung, die letzten 64 Bit werden zur Host-Adressierung verwendet
Hier ein Beispiel einer IPv6 Adresse:
2001:0db8:85a3:08d3:1319:8a2e:0370:7344
hier das dazugehörige Subnetz:
2001:0db8:85a3:08d3::/64
In einer URL wird die IPv6-Adresse in eckigen Klammern eingeschlossen.
http://[2001:0db8:85a3:08d3:1319:8a2e:0370:7344]/
Dies verhindert die fälschliche Interpretation von Portnummern als Teil der IPv6-Adresse
https://[2001:0db8:85a3:08d3:1319:8a2e:0370:7344]:443/
Arten von IPv6 Adressen:
- ::/128 (128 0-Bits) ist die undefinierte Adresse, ähnlich der 0.0.0.0 in IPv4
- ::1/128 (127 0-Bits, 1 1-Bit) ist die Adresse des eigenen Standortes (localhost, loopback).
- fe80::/10 (fe80... bis febf...) sind so genannte linklokale Adressen (link local unicast addresses). Diese sollen von Routern nicht weitergeleitet werden und sind daher nur im gleichen Teilnetz erreichbar. Interessant werden sie bei der Autokonfiguration
- fec0::/10 (fec0... bis feff...) waren die Nachfolger der privaten IP-Adressen (beispielsweise 192.168.x.x). Sie durften nur innerhalb der gleichen Organisation geroutet werden. Man nannte sie auch Site-local (standortlokal). Diese Adressen sind nach RFC 3879 inzwischen veraltet (engl. deprecated) und werden aus zukünftigen Standards möglicherweise verschwinden. Neue Implementationen müssen diesen Adressbereich als Global-Unicast Adressen behandeln. Die Nachfolger sind wohl die Unique Local Addresses mit dem Präfix fc00::/7, mehr dazu siehe unten
- ff00::/8 (ff...) stehen für Multicast-Adressen. Nach dem Multicast-Präfix folgen 4 Bits für Flags und 4 Bits für den Gültigkeitsbereich (Scope).
- Für die Flags sind z.Zt. folgende Kombinationen gültig:
- 0: Permanent definierte wohlbekannte Multicast-Adressen
- 1: (T-Bit gesetzt) Transient (vorübergehend) oder dynamisch zugewiesene Multicast-Adressen
- 3: (P-Bit gesetzt, erzwingt das T-Bit) Unicast-Prefix-based Multicast-Adressen (RFC 3306)
- 7: (R-Bit gesetzt, erzwingt P- und T-Bit) Multicast-Adressen, welche die Adresse des Rendezvous Point enthalten
- Die folgenden Gültigkeitsbereiche sind definiert:
- 1: interfacelokal, diese Pakete verlassen das Interface nie. (Loopback)
- 2: linklokal, werden von Routern grundsätzlich nie weitergeleitet und können deshalb das Teilnetz nicht verlassen
- 4: adminlokal, der kleinste Bereich, dessen Abgrenzung in den Routern speziell administriert werden muss
- 5: sitelokal, dürfen zwar geroutet werden, jedoch nicht von Border-Routern.
- 8: organisationslokal, die Pakete dürfen auch von Border-Routern weitergeleitet werden, bleiben jedoch „in der Firma“ (hierzu müssen seitens des Routing-Protokolls entsprechende Vorkehrungen getroffen werden).
- e: globaler Multicast, der überall hin geroutet werden darf.
- 0, 3, f: reservierte Bereiche
- die restlichen Bereiche sind nicht zugewiesen und dürfen von Administratoren benutzt werden, um weitere
Mulitcast-Regionen zu definieren.
- Beispiele für wohlbekannte Multicast-Adressen:
- ff01::1, ff02::1: All Nodes Adressen. Entspricht dem Broadcast.
- ff01::2, ff02::2, ff05::2: All Routers Adressen, adressiert alle Router in einem Bereich.
- Für die Flags sind z.Zt. folgende Kombinationen gültig:
- Alle anderen Adressen gelten als Global Unicast Adressen. Von diesem sind jedoch bisher nur die folgenden
Bereiche zugewiesen:- ::/96 (96 0-Bits) stand für IPv4-Kompatibilitätsadressen, welche in den letzten 32 Bits die IPv4-Adresse enthielten (dies galt nur für globale IPv4 Unicast-Adressen). Diese waren für den Übergang definiert, jedoch im RFC 4291 vom Februar 2006 für veraltet (engl. deprecated) erklärt.
- 0:0:0:0:0:FFFF::/96 (80 0-Bits, gefolgt von 16 1-Bits) steht für IPv4 mapped (abgebildete) IPv6 Adressen. Die letzten 32 Bits enthalten die IPv4-Adresse. Ein geeigneter Router kann diese Pakete zwischen IPv4 und IPv6 konvertieren und so die neue mit der alten Welt verbinden.
- 2000::/3 (Bitfolge 001..., also 2... und 3...) stehen für die von der IANA vergebenen globalen Unicast-Adressen, also routbare und weltweit einzigartige Adressen.
- 2001-Adressen werden an Provider vergeben, die diese dann wieder an ihre Kunden verteilen
- 2002-Präfixe deuten auf Adressen des Tunnelmechanismus 6to4 hin
- 3ffe:0000-Adressen wurden für das Testnetzwerk 6Bone benutzt
- fc00::/7 (fc... und fd...) sind Unique Local Adressen.